Was unterscheidet Serious Games von klassischen Games?
Serious Games sind Spiele, die einen bestimmten Zweck verfolgen, nämlich Wissen zu vermitteln. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, dass Serious Games sich vor allem in der Zielsetzung, der Design-Logik und der Erfolgsmessung von klassischen Spielen unterscheiden. Ansonsten nutzen sie jedoch die erfolgreichen Spielmechaniken klassischer Games und weisen daher sehr viele Gemeinsamkeiten mit diesen auf. Außerdem erfahren Sie, welche Spielmechanismen für den Einsatz bei Serious Games besonders gut geeignet sind und worauf bei der Umsetzung geachtet werden muss.
Wie funktioniert spielerisches Lernen?
Kinder brauchen niemanden, der ihnen erklärt, wie man spielt. Sie tun es instinktiv und lernen dabei mehr, als ihnen bewusst ist: Sprache, Regeln, Empathie, Geduld. Spielen trainiert Frustrationstoleranz, fördert soziale Kompetenzen und macht Kreativität erfahrbar. Was die Entwicklungspsychologie lange weiß, entdecken Unternehmen und Bildungseinrichtungen neu: Spielen ist kein Gegenteil von Lernen, es kann sein wirksamster Verbündeter sein.
Klassische Games: Unterhaltung als Ziel
Klassische Computerspiele – ob Action, Rollenspiel oder Simulation – haben ein klares Ziel: Spaß machen. Spielerinnen und Spieler sollen unterhalten werden, eintauchen, sich entspannen. Ein Lernziel steht nicht im Vordergrund, auch wenn kognitive Prozesse wie Koordination oder strategisches Denken nebenbei trainiert werden beziehungsweise Voraussetzung sind, um beispielsweise in einem Strategiespiel erfolgreich zu sein. Der Inhalt ist jedoch Mittel und Zweck zugleich: Was vor allem zählt, ist, ob man immer wiederkehrt.
Was zeichnet Serious Games aus?
Serious Games teilen viele Merkmale mit klassischen Spielen: Regeln, Ziele, Feedback und im besten Fall echtes Engagement. Der entscheidende Unterschied liegt in der Intention. Serious Games verfolgen ein konkretes Lern- oder Trainingsziel: Wissen vermitteln, Verhaltensweisen trainieren, Entscheidungsprozesse üben. Eingesetzt werden sie in Unternehmensschulungen, im Gesundheitswesen, in der Bildung oder für Compliance-Training.
Was unterscheidet Serious Games von klassischen Games?
Zielsetzung:
Klassische Spiele maximieren Unterhaltung. Serious Games verfolgen konkrete Lern- oder Verhaltensziele.
Design-Logik:
Bei Serious Games ist das Spieldesign dem Lernziel untergeordnet, ohne auf Spielspaß zu verzichten.
Erfolgsmessung:
Statt Spielzeit und Verkaufszahlen zählen Wissenszuwachs, Lerntransfer und Verhaltensänderung.
Welche Mechaniken klassischer Games übernehmen Serious Games?
Die besten Serious Games übernehmen konsequent, was klassische Games seit Jahren erfolgreich macht, nämlich die Mechanismen, die Menschen stundenlang am Bildschirm halten. Diese lassen sich direkt auf Lernkontexte übertragen:
Progression & Levelsystem
Lernstoff wird stufenweise freigeschaltet statt auf einmal präsentiert. Erfolgserlebnisse entstehen und Neugier auf das nächste Level wird geweckt.
Narrative & Rolle
Wer in eine Geschichte oder Rolle schlüpft, ist emotional beteiligt und erinnert sich später besser an das Erlebte.
Entscheidungspfade & Konsequenzen
Mehrere Entscheidungspfade erlauben es, Fehler zu machen und daraus zu lernen, ohne reale Konsequenzen fürchten zu müssen.
Bedeutungsvolle Belohnungen
Nicht Punkte um der Punkte willen, sondern Belohnungen, die inhaltlich etwas freischalten: neue Informationen, neue Handlungsoptionen.
Soziales Spiel
Kooperative oder kompetitive Elemente erhöhen die Motivation und fördern sozialen Lerntransfer. Das ist besonders wirkungsvoll in Teamschulungen.
Adaptiver Schwierigkeitsgrad
Das Spiel passt sich an das Niveau der Spielenden an, so dass es weder zu leicht noch zu frustrierend ist. Der sogenannte Flow-Zustand entsteht gezielt.
Was kennzeichnet erfolgreiche Serious Games?
Ein erfolgreiches Serious Game kennzeichnet vor allem drei Dinge:
Erstens klare Lernziele vor dem ersten Design-Schritt.
Zweitens Spielmechaniken, die inhaltlich passen. Ein Spiel über Teamdynamik braucht kooperative Elemente, eines über Entscheidungsfindung echte Verzweigungen. Ein Datenschutz-Training, das nur auf Zeitdruck und Punkte setzt, ist in der Gamification-Kosmetik, kein Serious Game.
Der entscheidende lernpsychologische Hebel liegt jedoch im dritten Punkt: direkte Feedback-Schleifen und der sogenannte Flow-Zustand. Wer im Spiel die Konsequenz einer Entscheidung unmittelbar erlebt – etwa wie ein simulierter Mitarbeiter auf verschiedene Gesprächsstrategien reagiert – versteht Ursache und Wirkung tiefer als durch jede Folienpräsentation. Und wer weder unter- noch überfordert ist, bleibt dran. Gutes Serious Game-Design sorgt gezielt dafür, dass beides stimmt: der Schwierigkeitsgrad und die unmittelbare Rückmeldung.
Welche Erfahrungen hat MMC als Serious Games Agentur?
Zum Portfolio der MMC-Agentur gehören sowohl klassische Games (z. B. Minigames im Marketingbereich) als auch verschiedenste Serious Games. Die Themen, Lernziele und Spielmechaniken sind vielfältig und umfassen beispielsweise Point & Klick-Adventure Games zu den Themen Cybermobbing sowie ein Zeitreise-Game rund um das Leben von Martin Luther. Auch ein aufwändig illustriertes Graphic Novel Game zur Erkundung der Geschichte und des Postkolonialismus von Haiti sowie rundenbasierte Simulations-Games im Finanzbereich wurden bereits als Serious Games umgesetzt.
Aus unserer Erfahrung ist es sowohl bei der Entwicklung von Games zu Marketingzwecken als auch bei Serious Games enorm wichtig, den damit beabsichtigten Zweck genau zu definieren. Während dies bei Casual Games eine Mischung aus Unterhaltung, Kundenbindung und Werbung sein kann, geht es bei Serious Games um das Erreichen konkreter Lernziele. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine enge Abstimmung mit dem Team auf Kundenseite für beide Game-Arten sehr wichtig, bei Serious Games ist darüber hinaus die Einbeziehung von Fachexperten unverzichtbar. Ein Team erfahrener Game-Designer, Programmierer, Grafiker und Drehbuchautoren auf Seite der MMC Serious Games Agentur sorgt dafür, dass der Spagat zwischen einem Spiel mit Lerneffekt und Spaßfaktor gelingen kann.
Sie wissen noch nicht genau, ob ein klassisches Game oder ein Serious Game für Ihr Vorhaben am besten geeignet ist?
Als erfahrene Game-based Learning Agentur helfen wir Ihnen dabei, die passende Lösung zu finden. Sprechen Sie uns gerne an!
Angela Hoyer – Projektleitung E-Learning